Irland

 

 

  

England
Schottland
Irland

22.August - 2. September 2007

von Angela Täubl

 

Bayern, Mittwoch 22.08.07  

Gegen 5.20 Uhr holt uns endlich das Taxi ab und in Hausen startet der Bus gegen 6.00 Uhr.

An verschiedenen Stellen steigen noch Leute ein, bis wir schließlich mit 47 Fahrgästen fast voll besetzt sind. Die erste Etappe führt uns bis in die Höhe von Frankfurt, dort verlässt uns der Fahrer D. und unser endgültige Fahrer G. M. übernimmt nun den Bus.

Unser Reiseleiter heißt P. Sch., ein Lehrer im Ruhestand, der sich noch ein bisschen in der Welt umsehen möchte und voller Begeisterung in seinen Reiseführern und Karten stöbert.

Nach wenigen Stunden erreichen wir die Grenze zu den Niederlanden. Hier grüne Weiden mit grasenden Rindern und Pferden. Verstreut dazwischen kleine Höfe, vom Wind gedrückte Bäume und vereinzelt die riesigen Windräder.

Der Verkehr auf der Autobahn nimmt zu und wir kommen in die Randbezirke von Rotterdam. Eine riesige Stadt, die hauptsächlich durch ihren Hafen und die damit verbundenen Anlagen lebt. Es türmen sich Gebirge von Containern aus aller Welt.

Auch die riesigen Tanks für Erdöl, Leitungen und Raffinerien sind eine Landschaft für sich. Alles liegt an großen Wasserarmen bzw. direkt am Meer. Mächtige Brücken für breite Straßen überspannen die Kanäle. Schiffe am Horizont, auch unsere Fähre nach England ist zu erkennen.

Es ist die große “Pride of Hull“!

 

Dieses tolle Schiff konnten wir vor wenigen Jahren schon mal erleben, es hat Platz für ca. 1360 Passagiere, macht 22 Knoten, 37.800 Kw Motorkraft, 60.600 BRT. Es ist 215 m lang, riesig hoch und hat einen Tiefgang von 6 mtr.

Nach einem vorzüglichen Abendessen vom Büfett genießen wir den Sonnenuntergang und das Auslaufen des Schiffes gegen 21 Uhr englische Zeit.

Das erste kühle Bier „Guiness“ in der Sunshine Bar ganz oben im 12. Stock lässt die Zeit vergessen und nach kurzer Zeit sind nur noch die kleiner werdenden Lichter der Hafenanlagen zu erkennen.

Unsere Kabine ist eng, aber ruhig, wir schlafen bald ein.

 

England, Grafschaft Yorkshire 23.08.07

Nach dem herrlichen Frühstücksbüfett – warm, kalt, süß, herzhaft deftig, jedenfalls sehr ausgiebig, kann der Tag beginnen.

Die Ausschiffung in Hull erfolgt reibungslos. Bei herrlichstem Sonnenschein starten wir unsere Fahrt durch Mittelengland in Richtung York.

 

Dort werden wir von einer netten Reiseleiterin erwartet, sie ist deutschstämmig und kann viel vom Alltagsleben in England erzählen. Die Unterschiede sind sehr interessant. Das Städtchen York hat viel Historisches zu bieten, man kann es gut zu Fuß erobern. Ganz beachtenswert ist das riesige Münster, das die Stadt weithin sichtbar überragt. Über 1000 Jahre an diesem Platz ist sie die größte gotische Kathedrale in Nordeuropa. Die hellen Mauern leuchten in der Sonne, viele Menschen, auch aus Asien, sind hektisch mit ihren Fotoapparaten beschäftigt.

Beachtenswert finde ich, dass diese riesige Kirche keiner Gemeinde gehört, es ist hier üblich, dass jegliche Glaubensrichtung, egal ob protestantisch, katholisch oder jüdisch, dieses Gotteshaus für seine Gottesdienste nutzen kann. Kirchensteuer gibt es hier nicht, der Staat treibt also nicht das Geld für die Kirche ein, sie lebt nur von Spenden. Auch für die Instandhaltung muss oft und viel gespendet werden. Zur Zeit ist man mit der Renovierung des Daches beschäftigt, die Bausünden vergangener Jahre verschlingen viel Geld.

Ein Spaziergang vorbei an den schönen alten Fachwerkhäusern, dem College mit seinen Gartenanlagen und vielen schönen Plätzen erreichen wir wieder unseren Bus. Hier eine kurze Mittagspause, wir verspeisen unsere noch vorhandenen Reste. Ein netter englischer Busfahrer lässt uns von seinen „Biskuits“ probieren.

Dann geht es weiter nach Schottland, „Gretna Green“, auch hier haben wir Glück.

 

Gerade verlässt ein frisch vermähltes Paar die kleine Schmiede, die Gäste sind sehr lustig und vergnügt, einer im Kilt, die Damen in edlen Abendkleidern. Doch sie verschwinden schnell im nahen Restaurant.

Wir haben noch Zeit für einen kleinen Spaziergang über das Gelände. Es ist alles sehr schön und gemütlich. Viele alte Geräte aus der Schmiede, auch Traktoren und urwüchsige Rinder findet man auf dem Gelände.Nach Kaffee und Kuchen geht es weiter auf der Autobahn in Richtung Nordost.Die Landschaft wird nun hügeliger, viele Weiden und wenig Wald, es wirkt wie ein riesiger Park. Bald ist es nicht mehr weit bis nach Glasgow und Edinburgh, hier wohnen die meisten Menschen von Schottland, der Verkehr nimmt wieder zu.

Wir kommen in das Städtchen Polmont, kleine, einfache Häuschen, Herrensitze und schöne Gärten, die Blumen sind überall bewundernswert.

Nach kurzer Zeit finden wir das Inchyra Grange Hotel, es liegt ziemlich außerhalb Stadt, in einem ca. 12 ha großen Park. Auf der anderen Straßenseite versteckt sich ein Kraftwerk hinter hohen Bäumen. Es kann sich eigentlich nicht verstecken, man kann es nicht übersehen. Doch das Hotel, ein alter Herrensitz auf einem riesigen Gelände mit Golfplatz, ist wunderschön restauriert. Die alten Gemäuer bekamen teilweise Wintergärten als Restaurants vorgebaut, diese fügen sich wunderbar in die Architektur ein. Es gibt auch Clubräume und schöne Kaminzimmer, doch leider nicht für uns. Das Abendessen ist gut, 3 Gänge mit jeweils drei Auswahlmöglichkeiten, leider ist hier das Personal nicht sehr erfahren. Wir schlafen gut und das Frühstück ist wieder fantastisch, ganz tolles Ambiente.

Schottland, 24.08.07

Heute werden wir die Stadt Edinburgh besuchen, eine nette Reiseleiterin erwartet uns zur Stadtrundfahrt.

 

Leider zeigt sich der Himmel ziemlich bedeckt und bald beginnt es leicht zu regnen. Doch wir sitzen im Bus und können all die schönen Straßen und Plätze vom Trockenen aus betrachten. Es herrscht reges Treiben in der Stadt, in der Queens Street und der Princess Street, Boutiquen und weltbekannte Modehäuser säumen die alten Prachtstraßen. Herrliche Kirchenbauten und über all dem Häusermeer thront die riesige Burg, - „Edinburgh Castle“. Leider sind momentan die Zufahrtswege gesperrt, man könnte sich nur zu Fuß auf den Weg machen, dann gäbe es ein Durchkommen. Unsere knappe Zeit lässt das scheitern. Schade, man müsste Stunden haben! So sehen wir all die tausend Menschen die zur Zeit die ganze Stadt in eine riesige Freilichtbühne verwandeln, die Musik machen und wahnsinnig viel Lebensfreude ausstrahlen. Teilweise sind sie verkleidet, sie haben Musikinstrumente dabei, singen und tanzen. Der Anlass ist ein großes Festival am Fuße der Burg, das Tatto Festival wird in diesen Tagen gefeiert, da gibt es gegen Abend große Aufmärsche von Dudelsackspielern, sie spielen verschiedene Musikstücke. Unser Busfahrer hat das einmal mit erleben können, er meint es wäre riesig. Es ist schwierig Karten dafür zu bekommen, doch wenn man sie hat, für teures Geld, ist es ein Erlebnis.

Wir begnügen uns weiterhin mit der Architektur, sehen den interessanten Baustil den „Georges Stil“. Im 18. und 19. Jahrhundert baute man diese prächtigen Stadthäuser. Sie haben ein ausgebautes Kellergeschoss, in dem die Dienstboten wohnten, im Erdgeschoss der Salon und verschiedene Wohnräume, oben die Schlafräume. So reiht sich ein gleiches Haus an das andere, teilweise im Halbkreis gebaut oder im Karree und in der Mitte des großzügigen Platzes ein schöner Park, die grüne Lunge, die nur für diese Anwohner gedacht war. Auch heute sind noch etliche dieser innerstädtischen Parks nur für die Anwohner privat zu nutzen. Man feiert Partys, Sommerfeste und dergleichen darin. Unterscheiden kann man diese prächtigen Häuser an ihren Eingangstüren, sie sind alle in unterschiedlichen Farben gestrichen und mit verschiedenen schmiedeeisernen Elementen bestückt. Eines schöner als das andere. Leider sind die Immobilienpreise hier so gestiegen, dass nur noch die wenigsten von Privatleuten bewohnt werden. Meist sind es Büros oder Praxen, die sich hier, mitten in der Stadt einen guten Standort gesichert haben.

Mittlerweile scheint wieder die Sonne, der heftige Wind hat die Wolken vertrieben, und wir fahren noch auf einen Aussichtsberg mitten in der Stadt, von hier ein toller Rundumblick auf alle Straßen bis weit hinaus aufs Wasser und die riesige Brücke die die Bucht überspannt. Von hier oben kann man auch das neue, moderne schottische Parlamentsgebäude und daneben das königliche Schloss sehen. In diesem wohnt die Queen bei ihrem jährlichen Besuch im Sommer. Die große Burganlage auf der anderen Seite, auf einem Vulkanfelsen, dominiert aber auch heute noch die gesamte Skyline. Wir fahren noch in diesen Regierungsbezirk hinab, sehen das Schloss und das moderne Parlament von der Nähe, fahren an dem schönen Naturschutzgebiet hinter dem Parlament vorbei, dann durch die lebhafte Altstadt. Jeder wünschte sich für diese Stadt mehr Zeit, aber leider müssen wir weiter.

Unsere Fahrt geht nun über diese große Hängebrücke, die den Firth of Forth überspannt, in Richtung Norden. Die Sonne begleitet uns nun, wir sehen sonnige Täler, Wiesen und viele Weiden mit Rindern und Schafen. Es ist eine Landschaft wie aus einem Bilderbuch, nach einer Weile kommen wir  nach Blair Atholl, wo sich in dem malerischen Blair Castle der Wohnsitz des Duke of Atholl befindet.

 

Dieser Herzog ist als einziger noch berechtigt, eine private Armee zu unterhalten. Sein Castle können wir besichtigen, es ist sehr reizvoll, diesen eigentlich längst vergangenen Lebensstil hautnah kennen zu lernen. Alle Räume strahlen eine geheimnisvolle Atmosphäre aus. Zur Zeit findet ein großes Event auf dem Gelände statt, ein wirklich riesiges Fest für Pferdefreunde, hunderte von Stallungen sind aus Zelten auf den großen Wiesen aufgebaut, die ganze Parkanlage ist zur Partymeile geworden. Überall wieseln fleißige Helfer vom Catering Service herum und bauen im Wintergarten ein schönes Büfett auf, auf dem Rasen stolzieren Pfaue herum, leider sind wir zu dieser Party nicht eingeladen. Wir müssen wieder weiter.

Die Besiedelung wird schwächer, der Verkehr auf der Autobahn lässt auch nach. An vielen Stellen ist zu sehen, wie man versucht, den verloren gegangenen Wald wieder aufzuforsten, es ist reiner Nutzwald, wenn die Stämme ihr Maß erreicht haben, werden sie für die Papierindustrie gefällt. Wir verlassen die Autobahn und fahren die letzten Kilometer über die Landstraßen, kleine Städtchen in denen früher Bergbau betrieben wurde, säumen unseren Weg.

Gegen Abend kommen wir nach Inverness, das ist nun schon ziemlich im Norden von Schottland. Hier sehen wir die Ausflugsboote die auf den Loch Ness hinausfahren, aber der soll Morgen unser Ziel sein. Wir fahren noch ein Stück durch enge Alleen, vorbei an saftig grünen Wiesen und kleinen Häuschen, die sich wieder im Regen und Wind ducken.

Es geht nun ein Stück westwärts und nach kurzer Zeit erreichen wir Beauly, ein kleiner Ort mitten in einem Schottischen Nationalpark. Wir fahren in den Ort hinein, unser Hotel finden wir direkt links an der Straße. Ein wundersames Zimmer im ersten Stock (Zi. 7) erwartet uns mit einem königlichen Himmelbett. Der Himmel und die Gardinen sind aus schwerem schottischen Karostoff, man könnte einen Kilt draus nähen,- vielleicht sind es auch die Farben der Familie, denn das Muster wiederholt sich auf Sesseln und Decken, überall im Haus. Das Abendessen findet in einem grünen Zimmer, wie für eine Jagdgesellschaft statt, die Leute sind sehr nett und flink. Das Essen ist vorzüglich, auch mit der Anrichtung hat man sich viel Mühe gegeben. Nach dem Essen gibt es noch ein schönes Guiness im hauseigenen Pub.

Die Hotelchefs (senior und junior) lassen sich gerne im Kilt fotografieren, der jüngere posiert vor dem Kamin mit wehendem Röckchen. 

             

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                 

Es ist sehr gemütlich hier, alte Möbel aus der Kolonialzeit, wenn auch der Fußboden knarrt und sich dann die Schubladen des Schreibtischs selbstständig öffnen, das gehört irgendwie zu den geheimnisvollen schottischen Abenden. Das war das Hotel Lovart Arms, es hat meine Erwartungen erfüllt. 

Schottland, 25.08.2007

Mit dem ausgedehnten schottische Frühstück, vielen Eiern und Speck, Marmelade, Toast und viel Kaffee (natürlich auch Tee), sind wir gut gestärkt für den Tag. Leider regnet es wieder ein bisschen, aber das geheimnisvolle Loch Ness ist ohne Wolken nur halb so geheimnisvoll. Nessi ist heute nicht zu Hause.

 

Vor uns, am Ufer, die berühmte Burgruine Urquhart Castle, sie ist bekannt aus vielen alten Filmen. Wir stören ihre Ruhe nicht und machen uns auf den weiteren Weg.

Weiter geht die Fahrt noch einige Zeit am Loch entlang. Saftige Wiesen leuchten in ihren intensiven Grüntönen mit regennassen Laubbäumen am Wegesrand. Lange Zeit fahren wir in dem Tal entlang, einmal eine kleine Siedlung, hauptsächlich bestehend aus verschiedenen Ferienhäusern, direkt am Fluss. Ein kleiner Laden für die täglichen Grundbedürfnisse ist auch vorhanden, ein paar Ponys auf der Weide. Doch dann, ein rauschendes, gurgelndes Geräusch, der kleine Fluss stürzt sich in eine Schlucht, mächtig die ausgewaschenen Geröllmassen. Das ganze Naturschauspiel überspannt von einer uralten Steinbrücke.

   

 Wer hier Urlaub macht, kann sich so richtig entspannen und im Einklang mit der Natur leben. Könnte mir gefallen, ein paar Bücher und die Malsachen im Gepäck, das wäre etwas für die Seele. Nach kurzer Zeit öffnet sich die Wolkendecke, blauer Himmel und vereinzelte Sonnenstrahlen begleiten uns. Es geht nun bergauf, die Bäume werden wieder seltener und, obwohl nicht hoch, sieht es aus, wie oberhalb der Baumgrenze. Eine rauhe Gegend, in der Ferne liegt der höchste Berg Großbritanniens, der Ben Nevis, er ist 4406 ft hoch. Leider kann man ihn hinter den Wolken nur ahnen. In seinem Vorfeld, im hügeligen Gelände, ein weithin sichtbares, großes Ehrenmal.

 

Es wird erinnert an die vielen Soldaten, die in den vergangenen und leider noch aktuellen Kriegen ihr junges Leben lassen mussten. Die letzten Opfer erst im Frühjahr diesen Jahres. Der Irak und Afghanistan sind so fern von hier und doch so allgegenwärtig. Im Tal dann Fort Williams, das ist die Garnisonstadt dieser Highländer Garnison.

Nach kurzer Mittagspause geht es weiter, hinauf in die Westhighlands.

 

Es ist ein grandioses Naturschauspiel den Wechsel zwischen Tälern und Bergen, zwischen Heidekraut, Büschen und Dünen zu erleben. Dazwischen finden Schafe ihren Lebensraum. Eine aufgelassene Bahnstrecke ist zu erkennen, in den Mulden sammeln sich Seen und Wassertümpel. Man erlebt hier eine Landschaft in einem scheinbar völlig unberührten Zustand. Grandios! Es ist nicht verwunderlich, dass sich Sagen und Legenden über diese Gegend und die Menschen hier, bis in die Gegenwart erhalten können. Dann gibt es wieder mehr Bäume und ab und zu einzelne Häuser, hier wohnen wieder mehr Menschen. Oft sieht man an den Häusern das B&B Schild hängen, und sie haben auch immer ihre Gäste, wir sind im Trossachs Nationalpark.

Am Loch Lomond, ein größerer See, gibt es einen regen Schiffsverkehr, d.h. die Hotelgäste werden mit kleinen Dampfern zum Hotel, das am unerschlossenen anderen Ufer liegt, gebracht.

 

Ein kleines Imbisshäuschen versorgt die anderen Besucher. In alter Zeit umfasste dieses Gebiet die Königreiche dreier keltischer Völker – der Skoten, der Pikten und der Britonen – und hier verlief bis vor nicht allzu langer Zeit die Grenze der Gälisch sprechenden Welt. Die Namen der Seen, Berge und Täler erinnern noch an diese Sprache, die hier überall gesprochen wurde.

Die große Stadt Glasgow nähert sich, die Landschaft wird langweiliger, der Verkehr nimmt wieder zu. Die Landschaft wird aufgefressen. Viel wird gebaut, das Alte bleibt neben dem Neuen bestehen. Neue Brücken und sehr viel interessante Architektur. Wir haben noch Zeit für einen Bummel in der Nähe des Hauptbahnhofs. Menschen hetzen zu ihren Zielen, in den großen Einkaufspassagen schließen die Geschäfte um 18 Uhr. Unser Hotel Best Western, ein modernes, wenig attraktives Hochhaus, aber an einem Schwanensee, erreichen wir rechtzeitig zum Abendessen.

 

nach Irland, 26.08.07

Heute, Sonntag, wir müssen wieder bald los, denn die Fähre nach Irland wollen wir gegen Mittag erreichen. Die Fahrt geht an der Westküste Schottlands in Richtung Süden.

Gegen 11 Uhr erreichen wir auch das Städtchen Stranraer, hier gibt es noch ausreichend Zeit zum Bummeln. Ein kleines Hafenstädtchen, das seine kleinen Häuschen, bunt wie aus dem Malkasten am Hang hinauf gebaut hat. Von fast allen Stellen aus hat man einen wunderbaren Blick auf die Hafenanlagen.

Unsere Fähre legt pünktlich ab, wir fahren mit einem großen, modernen Katamaran der Stena-Line. Er braucht für die Strecke Stranraer nach Belfast nur 105 Minuten. An Bord geht es geschäftig zu, viele junge Leute bevölkern die Bars und nutzen die vielseitigen Unterhaltungsmöglichkeiten. In unserer Nähe eine Clique junger Mädchen, alle im rosa Outfit, teilweise mit Schärpen und Blinkgirlanden, wie eine Tanzgruppe. Auf ihren Schärpen der Aufdruck: „Henn Party“, sie sind lustig und dem Alkohol nicht abgeneigt. Sicher feiern sie ihren „Junggesellinnenabschied“? Auf der anderen Seite gibt es eine Gruppe junger Männer, ebenso lustig und vergnügt. Es ist eine gute Stimmung.

Das Meer ist ruhig, und wir kommen in der vorgesehenen Zeit in Belfast an. Hier machen die Hafenanlagen einen etwas chaotischen Eindruck, das Wetter ist trüb und die Stadt macht dem Begriff der dirdy old town alle Ehre.Bald sind wir auf einer der Ausfallstraßen in Richtung Süden. Es herrscht reger Verkehr und die Straßen sind schmal und auch nicht besonders gut.

Doch schon passieren wir die Grenze zur Republik Irland, man merkt es eigentlich nicht an irgendwelchen Kontrollen, sondern nur daran, dass schlagartig die Straßen besser werden, es sind jetzt richtige Autobahnen. Jetzt spürt man die EU Einflüsse, es wird sehr viel gebaut und erneuert. Die Entfernungsangaben sind jetzt in km und nicht milen, die Schilder entsprechen Europäischer Norm. Was mir ganz besonders auffällt ist, dass man hier wieder Opel fährt und nicht wie in GB Vauxhall, es sind kaum englische Fahrzeuge zu sehen! Viele deutsche und französische Autos. Für eine große Brücke muss Maut bezahlt werden. Wir nähern uns Dublin und nach einiger Zeit findet sich auch das Hotel, es ist allerdings auf der anderen Seite der Stadt.

Das Stillorgan Park Hotel macht einen hellen, freundlichen Eindruck, helles Holz, gelbe und weiße Fassaden. Doch von innen erkennt man das wahre Alter, es wurde gut renoviert und hat schon etliche Jahre hinter sich.   Das Zimmer ist groß und es gibt 3 Betten, das Französische Doppelbett ist relativ schmal und nun kann jeder ein breites Bett für sich nutzen, toll! Auf das Abendessen müssen wir leider ziemlich lang warten, es ist sehr gut, aber das Personal scheint etwas überfordert.

 

Irland, Dublin, 27.08.07  

Heute muss unser Fahrer Gerd, aber auch der Bus, einen Tag Pause machen, wir fahren einen Tag mit dem Iren Luc, er holt uns mit seinem Reisebus im Hotel ab. Die nette Reiseleiterin Alva wird uns Dublin zeigen.  

   

Zuerst sehen wir die herrlichen Prachtstraßen an den Ufern des Flusses Liffey. Verwaltungsgebäude und Colleges, Boutiquen und Theater, mitten auf der breiten Straße die Millenniumsnadel, ein zur Jahrtausendwende errichtetes, hohes Bauwerk wie eine Nadel. Am Ufer die bekannte Guiness Brauerei, ein alter Backsteinbau. Dublin hat sich herausgeputzt, hinter geradlinigen Georgianischen Fassaden verbreiten Designerhotels ihren Chic. Weiße Säulchen an den Türen, der Backstein karottenrot und darüber Wolken, die aussehen wie die Milch im heißen Tee. Die vielen bunten, gepflegten Blumen verleihen einen südlichen Charme.

„Dirty old Dublin“, die Hauptstadt der Republik Irland brummt an allen Ecken und Enden. Man merkt es sofort, die Laune ist prächtig, der Geldbeutel sitzt locker. Dublin ist eine junge Stadt, dynamisch und voller Bereitschaft, über die Stränge zu schlagen. Man feiert gern, an jeder Ecke erhält man Einladungen zu irgendwelchen Events. Wir könnten jetzt die Universität besichtigen und das berühmte Book of Kells. Doch wir entscheiden uns dafür, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden und uns unter die Menschen zu mischen. Bei einem Tässchen Kaffee, mit Blick auf den Trubel der Fußgängerzone, genießen wir bei herrlichstem Sonnenschein die Zeit. Dann geht es schon weiter, hinaus in einen Randbezirk, wir kommen in einen riesigen Park. Viel Grün, mächtige alte Bäume und Spazierwege. Hier ist auch das „Weißes Haus“ der Regierung, auch die Amerikanische Botschaft hat hier ein schönes Gebäude von dem das Sternenbanner weht. Auf einem Hügel, umgeben von einer großen, freien Wiese, streckt sich ein mächtiges Kreuz in den Himmel. Hier sprach vor einigen Jahren der damalige Papst zu den Gläubigen, es waren fast eine Million Menschen auf der Wiese versammelt. Heute weiden hier Schafe, der billigste Rasenmäher auf den großen Grünanlagen.

Nun lassen wir aber Dublin hinter uns, wir fahren wieder über enge Straßen die dem heutigen Verkehr eigentlich nicht mehr lange gewachsen sind. Die Bankette sind nicht befahrbar, es ist gefährlich, man rutscht gleich weg, da hier überall Torf abgebaut wird und der Untergrund moorastig ist. Am Horizont sieht man ein Kraftwerk, es wurde vor Kurzem erweitert und wird mit Torf betrieben. Es scheint sich noch zu rentieren. Dann wieder landwirtschaftlich genutzte Flächen und auch viele Siedlungen.  Wir kommen zum River Shannon, hier viele kleine Hausboote und Jachten. An der Mündung liegt auch ganz idyllisch die frühmittelalterliche Klostersiedlung Clonmacnoise.

 

Viele Hochkreuze und Rundtürme aus weißen Steinen erinnern an die frühere Bevölkerung, die wohl keltischen Ursprungs war. Wir bummeln eine Stunde über die Anlage und in dem Museum umher, der Wind bläst uns heftig um die Ohren, aber die Sonne behält die Übermacht.

Gegen Abend kommen wir nach Galway, unserem nächsten Übernachtungsort an der Westküste. Unser Empfangskomitee ist Gerd mit dem Stöcklein Bus. Das Days Hotel in Galway ist ein großzügig, modern gebautes Haus mit allem Komfort den ein 4 Sterne Haus zu bieten hat. Das Abendessen findet für uns zusammen mit einer italienischen Reisegruppe in einem Nebenraum des Restaurants statt. Es gibt wieder verschiedene Speisen vom Büfett und alle sind zufrieden. Man bummelt noch ein bisschen durch die Bars und Lokalitäten des Hotels. Das schöne Hallenbad wird gegen 21 Uhr geschlossen, und so bleiben unser Badesachen leider wieder ungenutzt im Koffer.

Irland, 28.08.07

Heute sind wir voller Tatendrang, alle haben gut ausgeschlafen, die Sonne scheint mit aller Kraft. Wir fahren durch das kulturelle Zentrum des gälischen Westens in südlicher Richtung an der Küste entlang. Es ist eine karstige Landschaft, der Einfluss des Wassers hat Steine in seltsamen Formationen erschaffen. Zwischendrin aber wieder moorastige Tümpel und vereinzelt Torfabbau, aber nicht mehr in großem Maße. Diese dünn besiedelte Landschaft, genannt „die Buren“, hat auch ihre Reize, viele Künstler haben sich hier inspirieren lassen. In den windgeschützten Mulden wachsen kleine Pflanzenschönheiten, oft gehören sie zu einer seltenen Spezies. Wir kommen in einen kleinen Ort, an eine schöne Bucht, hier sieht man fast nur Ferienhäuser, strohgedeckt, in wunderschönen Blumengärten versteckt. Natürlich gibt es auch eine gemütliche Kneipe an der Anlegestelle für kleine Boote.

 

Man bereist hier an der schroffen Westküste nicht nur die Außengrenzen Europas, sondern auch die Grenzen der Realität. Nicht umsonst sind Elfen, Geister und Gnome eine irische Spezialität. Oft sind sie blutrünstig und sagenumwoben wie die Geschichte Irlands auch wirklich ist. Einst war der unfruchtbare Westen eine der dichtesten besiedelten Regionen in Europa. Die englischen Grundbesitzer und Kolonialherren hatten ihre Untertanen an den äußersten Rand der Insel abgedrängt.Vier Millionen leidgeprüfter Menschen lebten auf dem schmalen Küstenstreifen. Nicht einmal die Hälfte blieb nach den großen Hungersnöten im 19. Jahrhundert davon übrig. Millionen waren gestorben, wer noch konnte, suchte sein Glück in der weiten Ferne. Die Zeit der großen Auswanderungswellen war gekommen, das Land blutete aus. Heute sieht es in Irland anders aus, wie kaum eine andere Region in Europa zieht sie mächtige Industrien an. Softwarefirmen und Pharmaindustrie haben Irland zu den reichsten Mitgliedsstaaten der EU gemacht. Doch wir sehen hier die Natur in all ihrer Vielfalt, wieder grüne Weiden und Steinmauern, Schafe stemmen sich gegen den Wind und wenn die Sonne mit starker Kraft die Wolken aufreißt, leuchtet das Grün wie Waldmeisterbowle. Wir kommen an die Klippen, die in dieser Burenlandschaft 210 m aus dem Meer herauswachsen.

  

Die "Cliffs of Moher"

Von hier oben hat man einen herrlichen Blick auf den tosenden Atlantik, man darf wegen des ständig wechselnden Windes nicht bis an den Abgrund laufen. Viele wurden schon hinabgerissen und wurden nie mehr gefunden. In den Felsen zum Parkplatz hin finden sich Geschäfte für die vielen Touristen und auf einer riesigen Multimedia-Wand wird ein fantastischer 3D Film gezeigt, ähnlich wie am Nordkap.

Nach einer guten Stunde Mittagspause geht es weiter in Richtung Limerick, wir sehen auch diese geschäftige Stadt am Rande des Shannon Flusses. Es scheint eine normale Arbeiterstadt zu sein, denn hier viele schlichte Stadthäuser neben der Kathedrale in einem parkähnlichen Friedhof.

Dann erreichen wir das als schönstes Dorf Irlands bezeichnete „Adare“,

 

ein kleiner Ort mit geschäftigem Treiben. Viele alte Häuser, reetgedeckt und in leuchtendem Weiß öffnen ihre Türen für die Touristen. Es sind auch Boutiquen und andere Geschäfte darin, umgeben sind sie alle von einer herrlichen Blumenpracht. Doch auch die Kirche des Ortes ist sehenswert, es ist ein schlichter romanischer Baustil, innen viel altes Holz und sehr schöne Glasfenster.

Gegen Abend kommen wir in unseren nächsten Übernachtungsort, nach Killanry, das ist ein hübscher kleiner Ort, aber auch wieder ein Zentrum für die Menschen die in der Umgebung, und in der Provinz, leben. Es ist hektisch, die Menschen eilen durch die Straßen und im Handumdrehen stecken wir mit dem Bus in einer engen Straße fest. Unser Hotel, im Zentrum, schon zum Greifen nahe. Doch Gerd schafft auch diese Engstelle und beim zweiten Anlauf steht der lange Bus genau vor dem Hotel mit den vielen europäischen Flaggen.  Das Eviston House Hotel in Killarney ist ein älterer, verwinkelter Bau. Die Zimmer sind doch geräumig groß, wir haben wieder 3 Betten zur Auswahl!

Das Bad ist auch groß und allen Anforderungen gerecht. Nur etwas wundert mich, in fast allen Bädern findet man am Waschbecken zwei Wasserhähne, getrennt nach kalt und warm, aber auch so weit am Rand des Waschbeckens, dass man kaum seine Hände darunter halten kann. Hier mischt man offensichtlich das Wasser im geschlossenen Becken. Auch der Hebel für die Toilettenspülung ist oft an einem denkbar ungünstigen Platz, meist hinter dem geöffneten Deckel. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig. Aber sonst ist es wieder so, wie man sich ein altes Haus, mitten in der Stadt vorstellen kann, - gemütlich, Möbel im Kolonialstil.

Unser Abendessen wird im ersten Stock serviert, es sind wieder drei Gerichte zur Auswahl, alles schmeckt gut und das Personal ist recht nett. Nach dem Essen bietet es sich an, die Stadt zu erkunden, es herrscht reges Treiben und wir sind mitten drin im Geschehen. Im Hotel ist das Erdgeschoss zu einem riesigen Pub ausgebaut, es findet jeden Tag eine Veranstaltung statt, heute wieder mit Live Music at Danny Mann. Auch heute Abend geht es wieder rund, in diesem „Kilarneey’s Most Famouse Traditional Pub“ .

Doch wir spazieren erst noch durch die Stadt, bummeln durch Geschäfte und hören aus einer kleinen Kneipe, “Corners“, die Live Music einer anderen Gruppe. Eine Frau singt mit voller Begeisterung, mit Seele in der Stimme, irische Balladen, ein Mann spielt dazu auf dem Banjo. Wir sind begeistert, das soll unsere Kneipe für heute sein. Wir sind zu viert, aber es findet sich ein Plätzchen direkt am Tisch der Sängerin.

Das Guiness ist köstlich und die Stimmung steigt. Es werden verschiedene Instrumente unter dem Tisch hervorgeholt und alle voller Inbrunst gespielt. Ein Banjo und eine Gitarre, ein Akkordeon und diverse Schlaginstrumente. Wir kommen mit der Sängerin ins Gespräch, nachdem wir ihr erzählen, dass wir aus der Heimat ihrer Instrumente kommen, alles stammt aus Bubenreuth! Sie bittet uns bis zum Ende ihres offiziellen Auftritts zu bleiben, damit wir uns noch in Ruhe unterhalten können. In der Zwischenzeit singt sie Lieder wie „Danny Boy“, „Fiddlers Green“ und natürlich die „Dirty old Town“ usw. usw., - es ist schön! 

Ganz lustig wird es noch, als ein alter Ire, den sie Paddy nennt, mitsingt und anfängt zu tanzen. Er ist gut drauf, natürlich hat er ein bisschen tief ins Glas geschaut, er ist wie eine Art Einpeitscher. Er versucht die Leute von der Straße weg ins Lokal zu locken, manchmal hilft er mit einem kleinen Schubs nach und alle lachen darüber. Junge Frauen bekommen schon mal einen Handkuss, wenn sie nicht schnell genug schauen, landet der Kuss auf der Wange. Dann wird er kurz weg geschickt??? Nach eine Weile taucht er wieder auf, stellt sich in Position und erzählt wie ein Radioreporter in einem Redeschwall vom Ablauf eines wichtigen Fußballspieles, welches in einer anderen Kneipe gerade live übertragen wurde. Er nennt einzelne Namen und beschreibt die Torsituationen voller Enthusiasmus. Dann bekommt er noch einen Abschiedsdrink und verschwindet endgültig von der Bildfläche.

Gegen 23 Uhr, nachdem etliche Gäste auch solo gesungen haben, gibt es noch ein Bierchen, dann ein paar Mal das Licht aus und an und die Türen werden verschlossen. Bedeutet wohl so viel wie „Last Order“.                  Aber nun ist Zeit zum Unterhalten, wir sprechen mit der Sängerin und dem Musiker, er ist ihr Bruder. Sie wollen von Framus und Höfner wissen und sind erstaunt, dass wir das so genau kennen. Die Sängerin ist quasi mit den Saiteninstrumenten aufgewachsen, also knapp 50 Jahre alt. (Leider habe ich ihren Namen vergessen)             Der Bruder versucht auch ein paar Worte in Deutsch zu sprechen, und sie erzählen, dass sie schon in Deutschland waren. In der Nähe von Krefeld haben sie gute Freunde, wo sie immer gern hinfahren. Im Februar soll es wieder dahin gehen.

Schade wieder einmal, dass wir nicht mehr Zeit haben. So hatten wir einen wunderschönen Abend, genau wie man es sich in Irland vorstellen und wünschen könnte. Es war wirklich toll, so richtig unter Einheimischen zu sitzen. Und ganz angenehm ist das absolute Rauchverbot in allen Lokalen. Wir kommen gegen 0.30 Uhr ins Hotel und fallen müde ins Bett.

 

Irland, Killarney, Ring of Kerry, 30.08.07

Zum Glück müssen heute keine Koffer verladen werden, wir bleiben noch hier im Eviston House Hotel. Nach einem gemütlichen Frühstück, ohne Brummschädel!!, geht die Fahrt in den Ring of Kerry. Das ist eine herrliche Landschaftsfahrt und man kann sich Zeit nehmen. Es sind nur ca. 170 km zu fahren, auf einer Rundstrecke.    Wie Gerd erzählt, ist es wichtig, die Strecke durch diesen Naturschutzpark mit dem Bus entgegen dem Uhrzeigersinn zu fahren.

 

Das ist ein ungeschriebenes Gesetz, und wer sich nicht daran hält, bekommt mit dem Gegenverkehr Schwierigkeiten, da die Strassen teilweise sehr eng sind. Wir haben einen ersten Stopp an einem Lokal mit dem Namen „Red Fox“, es ist praktisch der Eingang zu einer wunderbare Landschaft. Die Leute hier züchten die größten Hunde der Welt „Irisch Wolfshunde“, und man kann in einem Gehege gleich einige sehen. Allerhand andere Tiere laufen auch herum, doch wir wollen heute keinen Tiergarten besichtigen, es kostet auch allerhand Geld. Wir sehen nun schon die Ausläufer weiter unberührter Bergketten, dazwischen Täler mit den grünsten Wiesen in allen Farbschattierungen, die Sonne berührt einige wenige Punkte die wiederum wie kleine Sterntaler funkeln, es ist fast unwirklich.

Es geht nun langsam bergauf, obwohl nicht viel Höhenunterschied dünkt man sich oberhalb der Baumgrenze. Es wächst hier wenig außer Gestrüpp, viel Heidekraut und überall die genügsamen Schafe, die frei herumlaufen. Zwischendrin, wieder so ein Wunder, - die herrlichsten Häuser wie aus einem Musterhauskatalog, umgeben von einem Garten mit den wunderbarsten südlichen Pflanzen. Es wachsen Palmen und Hortensien, Papageienschnabel und Rosen inmitten von feinstem Englischen Rasen. Das Ganze umgeben von hübschen Steinmauern oder leuchtend weißen Holzzäunen.

Dann wieder kilometerweit kein Haus und keine Wege, völlig unerschlossen, nur Schafe sind überall. Es wechselt so häufig, man kann sagen, dass hier die Landschaften fast aller Kontinente vertreten sind! Wir fahren durch grüne, baumlose Steppen, durch Hochgebirgslandschaften, an Geröllhalden und Granitgestein vorbei, über Höhenstraßen mit Ausblicken auf den tosenden Atlantik und genießen immer wieder fantastische Ausblicke. An einem Fotohalt treffen wir auf eine Gruppe Italiener, Familien im Leihwagen, sie stammen aus Venedig, dann zwei junge Studentinnen, auch Italienerinnen. Die beiden treffen wir noch mehrfach, sie sind mit Mountainbikes unterwegs, stammen aus Parma. Mit ihren Rädern kämpfen sie sich die Serpentinen hoch, stemmen sich gegen den starken Wind und sind voller Tatendrang.

 

Dann wieder hinab in ein breites, grünes Tal mit etwas Landwirtschaft, Tiere auf den Weiden und einzelne Häuser. Hinter der nächsten Biegung tut sich eine große, windgeschützte Bucht auf. Zwischen den gerundeten Granitblöcken ein herrlicher, weißer Sandstrand. Davor ein kleiner Campingplatz mit einigen Urlaubern, im seichten Wasser planschen Kinder umher. Eine kleine Bar am Strand, umgeben von einladenden Holzbänken, Blumen und wieder Palmen im Sonnenschein. Hier machen wir unsere Mittagspause und genießen mit allen Sinnen. Es ist eine Luft wie Samt und Seide, vollkommen windstill und weitab von jeglichem Weltgeschehen.     Nun sind wir fast an der Südküste des Kerryrings und es gibt wieder mehr Bäume. Enge Straßen und Kurven, die jeden Entgegenkommenden schwitzen lassen. Dann, auf einmal ein Tunnel, ein in den Fels geschlagener Durchgang, ganz eng, der Bus passt gerade durch, wenn er sich ganz in der Mitte hält. Es klappt einwandfrei dank der Erfahrung unseres Gerd.

Es geht wieder durch einen Wald, ein undurchdringlicher dunkler Urwald. Manche Bäume liegen schon seit Jahren quer und es wachsen Farne und Moose darauf. Es ist jetzt ziemlich düster, die Sonne kommt kaum durch das grüne Dickicht. Man könnte sich vorstellen, dass jetzt hinter einem Stamm ein Kobold oder eine Fee hervorkommt und einen Schabernack treibt. Aber es sind nur einmal Rehe und Eichhörnchen zu erkennen. Später sind auch Wege zu sehen, an einem See vorbei, da natürlich die hier stets erfolgreichen Angler. Manche Wanderer erkunden den grünen Nationalpark.

Im Laufe des Nachmittags kommen wir wieder nach Killarney, nun haben wir noch einmal Zeit die Stadt zu erkunden, kleine Andenken zu erstehen und bei einem Kaffee die Eindrücke des Tages zu verarbeiten. Nach dem Abendessen finden wir wieder einen kleinen Pub in dem Musik gemacht wird. Es ist diesmal etwas anders, drei Männer machen nur Musik, selten singt einer. Leider springt bei ihnen der Funke nicht zu uns über, auch fehlt in dem Pub etwas die gemütliche, vertraute Atmosphäre. So kommen wir schon gegen 23 Uhr ins Hotel zurück und der Tag findet ein Ende.

 

 

Irland, Cork, 30.08.07

Heute nehmen wir Abschied von Killarney. Die Koffer werden verstaut und wir fahren noch einmal ein Stück auf dem Kerryring, diesmal allerdings in der nicht gewünschten (falschen) Richtung, manche Busse hupen schon mächtig, aber das ist ein Teil unseres Weges Richtung Cork. Wir sehen nun den Urwald hier im Süden im hellen Vormittagslicht.

Da fällt mir noch ein Spruch ein, der auf einer der netten Speisekarten in Killarney stand. Diese Speisekarten waren immer recht nett gemacht, von der Kleemann Agentur, die hier die Hotels an die Busunternehmer vermittelt. Folgendes:  Man sagt, während andere Länder in der Welt vielleicht ihr Klima hätten, hat diese Insel das Wetter. Es wechselt so oft, dass böse Zungen behaupten, innerhalb weniger Tage könne man hier alle vier Jahreszeiten erleben. Die Sprichwörter wie: „Sun before seven brings rain before eleven“  Oder: Red sky in the morning is a shepherd’s warning”  haben schon ihre Richtigkeit.

Nun geht es weiter in südöstlicher Richtung, wir fahren wieder über Bergstraßen und sehen tiefe Fjorde die das Landschaftsbild prägen. Dann wieder in den Berg gefräste Tunnel, eng und knapp zu fahren, zumal wieder Gegenverkehr angesagt ist. Glengariff ein hübscher kleiner Ort mit einem „Postkartenhafen“ an der Bantry Bay ist unser Ziel über Mittag. Es gibt die Gelegenheit das „Bantry House“ mit seinen wunderschönen italienischen Gärten, den Brunnen und Statuen zu besichtigen. In der Bucht liegen einige malerische, bunte Boote, die Sonne zeichnet ein leuchtend klares Bild von dem Städtchen. Über die Berge am Horizont ziehen kleine weiße Wolken wie Zuckerwatte und am Strand emsig beschäftigte Wasservögel. Die Fahrt geht weiter, vorbei an Macroom und Cork. Hier gibt es nun wieder landwirtschaftlich genutzte Flächen. Rinder und Pferde auf den Wiesen.               

 

Am Nachmittag kommen wir nach Midleton, hier kann man bei der Herstellung von Whiskey zuschauen. Die Firma Jameson öffnet ihre Tore.

Anschließend erleben wir wieder den großen Bahnhof einer Hochzeitsgesellschaft die zu Fotoaufnahmen zur Whiskey Distillerie im Rolls Royce und Stretchlimousine vorfährt. Wieder viele Brautjungfern in rosa Abendkleidern dabei. Im Bus gibt es noch einen kleinen Whiskey für jeden, ein Ehepaar spendierte ihn, da sie den großen Preis dieser Stöcklein Reise gewonnen hatten. Einmal den ganzen Reisepreis zurück, das war schon ein toller Gewinn. Alle gratulieren herzlich. So kommen wir gegen Abend nach Wexford, es wird spät bis das Hotel gefunden ist und wir werden schon erwartet.

 

Wieder ist es ein ganz tolles Haus, - Slaney Manor, ein alter Landsitz. Es wird schon dunkel als wir in den Hof kommen und sind überrascht, wir haben die Sattelkammer für uns. Es ist praktisch ein edler Landsitz mit kleiner Burg, verschiedenen Stallungen, die wiederum zu hübschen Zimmern ausgebaut wurden. Alles ist ziemlich neu gemacht, ganz urig, aber doch anspruchsvoll. Das Essen findet in einem wunderschön hergerichteten Raum statt, die Chefin des Hauses begrüßt selbst die Gäste, sie scheint Deutsche zu sein, jedenfalls spricht sie perfekt deutsch. Das Personal ist freundlich und aufmerksam und das Essen ist auch ganz vorzüglich.

 

Irland, nach England 31.08.07

Wieder ist es dunkel, als wir diesen schönen Ort verlassen, denn wir wollen die erste Fähre erreichen.     Während der Kofferverladung ergibt sich noch ein kleiner Rundgang auf dem Hotelgelände. Vor dem Haupthaus wieder eine gepflegte Parkanlage mit blauen Hortensien. Hinter alten Bäumen auf einer Wiese einige Pferde, die neugierig herbeigelaufen kommen. Sie gehören zu einer speziellen Rasse, nicht zu groß, weiß und braun gescheckt, haben lange helle Mähnen und starken Behang an den Fesseln. Wie Friesen, aber kleiner und eben hell. Die Fohlen springen voller Übermut hinter ihren Müttern her und alle sind recht zutraulich. Doch Gerd drängt zur Abfahrt und gleich sind wir auf der Autobahn nach Rosslare.

Die Fähre erreichen wir auch ohne Hindernisse und jeder sucht sich ein Plätzchen auf dem großen Schiff. Die Überfahrt verläuft reibungslos und nach ca. 3 Stunden sind wir gegen 14 Uhr in Fishguard in Süd-Wales. Nun haben wir eine lange Strecke vor uns, wir fahren jetzt auf einer Autobahn. Die Landschaft ist geprägt durch Farmen und kleine Siedlungen, Städte mit Industrie und dementsprechend auch der Verkehr. Immer wieder fallen mir die schönen Häuser mit ihren gepflegten Gärten auf. Die Häuser haben hier keine Keller und es ist auch nicht üblich, dass die Leute Obst oder Gemüse in den Gärten haben. Man sieht nur Blumen und grünsten Rasen. Nachdem wir etliche Zeit in einem Stau verloren haben, kommen wir nach Oxford. Die Zeit reicht nun nur für eine kleine Durchfahrt und Peter, unser Reiseleiter erzählt von den vielen Hunderten von Schulen und Universitäten, - kolossal.

Nun aber nach Swindon, unserem letzten Hotel auf der Insel. Es wird schon wieder dunkel, als wir die Koffer ausladen, aber wir sehen schon von außen ein wunderschönes Hotel, „Best Western Premier“ mit 4 Sternen. Ein Prachtzimmer haben wir diesmal, im großen Bad ein Whirlpool. Das Zimmer wieder einmal mit einem tollen Himmelbett, die Möbel im indischen Kolonialstil, teils aus Rattan, edle Polstermöbeln und wunderschöne Lampen aus Porzellan. Das Essen diesmal vom Büfett und es ist nicht möglich alle Köstlichkeiten zu probieren. In einem der Clubräume findet wieder mal eine große Hochzeitsfeier statt. Es gibt eine Bibliothek und ein Herrenzimmer, es gibt Räume für Golfspieler, denn das Haus hat einen eigenen, großen Golfplatz, man kann reiten und schwimmen und man kann sich verwöhnen lassen. Es ist ein Traum.

 

Über London nach Calais, 01.09.07

Nach dem Frühstück noch ein kurzer Blick über das Gelände des Hotels. Im hellen Morgenlicht leuchten die Blumen ganz besonders intensiv. Es gibt kleine Sitzecken und Nischen zwischen den Büschen, alte Baumstümpfe die mit der Säge zu Skulpturen bearbeitet wurden. Die Gärtner sind schon beschäftigt, den Rasen des Golfplatzes zu bewässern. Unsere Fahrt geht nun weiter in Richtung London und man sieht auf der rechten Seite hinter Bäumen Schloss Windsor leuchten. Die Fahne weht, was bedeuten soll, dass die Königin anwesend ist.

In London relativ wenig Verkehr und als unsere Reiseführerin Carol an der großen Bibliothek einsteigt, erzählt sie, dass heute viele Straßen gesperrt sind. Es ist der 10. Todestag von Lady Di und an vielen Orten finden Feiern statt.

 

Wir fahren also ziemlich unbehelligt durch die Strassen, laufen durch den Hyde Park, sehen das Parlament und Big Ben, Westminster Abby, die Albert Hall und den alten Tower. Die Raben sind noch da, wohl auch die Kronjuwelen. Das Millenniums Ei und das Museumsschiff,- der Zerstörer Belfast, der an der Themse liegt, könnte noch besichtigt werden. Es ist toll wie sich London in den letzten Jahren verändert hat, es ist immerhin schon über 30 Jahre her, dass wir mal da waren. Die alten Markthallen am linken Themseufer sind fast alle verschwunden und an ihrer Stelle wachsen neue Bürotürme in den Himmel. Der Stararchitekt Norman Forster hat hier sehr viel Modernes geschaffen und es tut der alten Stadt richtig gut. Am frühen Nachmittag brechen wir in Richtung Dover auf und es heißt Abschied nehmen von der Insel. Es gibt noch allerhand Verkehr in dieser Richtung, auch ein Stau muss überstanden werden. Wir hoffen, die Fähre um 15.30 zu erreichen, es gibt ein bisschen Verzögerung, da irgendwelche bürokratischen Hindernisse beim einchecken auftauchen. Die Dame verlangt alle Unterschriften der Busgäste, aber daran soll es nicht liegen und wir kommen noch mit aufs Schiff. Nach dem Ablegen des Schiffes kommen endlich die weißen Klippen von Dover so richtig ins Bild,

 

sie werden jetzt von der Sonne angestrahlt und machen ihrem Namen alle Ehre. So haben wir ein schönes Bild zum Abschied von Großbritannien. Nun ca. 2 Std. Fahrt über den Kanal, auf dem es von Schiffen in allen Größen nur so wimmelt, - Gegenverkehr und Kreuzungsverkehr ohne Ende.

In Calais finden wir unser Hotel Kyriad direkt am Strand, nur getrennt von einer kleinen Promenade. Hier darf man allerdings keinerlei Ansprüche an Komfort stellen, das Essen macht Frankreich keinerlei Ehre. Beim Personal stößt man regelrecht auf Ablehnung.

Das einzig Gute ist – hier ist die Reise zu Ende und Morgen geht es auf die Heimreise.

Zum Abschluss ist zu sagen, dass die Reise sehr interessant war, sie hat uns Großbritannien und Irland näher gebracht und macht wirklich Lust auf mehr, vor allem auf mehr Zeit für Land und Leute. Es war alles gut organisiert und wir haben überall nette Leute und tolle Hotels gehabt.

(Bis auf das in Calais, das streichen wir aus unserer Erinnerung)

 

von Angela Täubl

 

 

 

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