Lanzarote

Lanzarote 

Anfang September, eine Woche Urlaub auf einer Insel im Atlantik, Lanzarote. Natürlich hatten wir schon viel davon gehört, aber dieses Eiland übertrifft einfach alle Vorstellungen von einer Insel.

Der erste Eindruck war ernüchternd, welches Chaos, welche Steinhalden überall!

Am zweiten Tag begann es aber schon interessant zu werden.

Ein Ausflug nach Yaiza, in einen wunderschönen kleinen Ort der ursprünglich und einladend mit seiner blitzenden Sauberkeit die Besucher begrüßt. Jetzt erst wird das schwarz graue Gestein das überall den Boden bedeckt zu einem vollendeten Gesamteindruck. Besondere Kontraste entstehen durch die leuchtend weißen Mauern der kleinen Häuser und Mäuerchen. Vereinzelt eine stämmige Palme oder ein großer Kaktus. Besonders fallen die hübsch gestalteten Verkehrsinseln auf.

Dann das kleine, exquisite Weinanbaugebiet La Geria. Es ist ein Wunder wie die Menschen im Laufe der Jahrhunderte den Weinanbau entwickelt haben. Weil es kaum Regen gibt und auch sonst kein Wasser, hat man folgende Methode perfektioniert.

Jeder Weinstock hat in einer kleinen Mulde, durch ein Steinmäuerchen gschützt, Platz um sich zu entwickeln. Die hohe Luftfeuchtigkeit der Nacht muss zum Gedeihen reichen. Die kleinen schwarzen Lavasteine speichern das Wasser aus der Luft und geben es an die Wurzeln weiter.

 

Der Wein schmeckt leicht und fruchtig, es gibt Weißwein aber auch Rot- und Rosewein, natürlich nicht in großen Mengen.

Für den nächsten Tag war der Nationalpark Timanfaya unser erstes Ziel. Dort darf man sich nur in und mit einer Gruppe bewegen. Hier erlebt man diese einzigartige Vulkanlandschaft Lanzarotes. Die Insel ist zu drei Vierteln mit Lava bedeckt, es gibt mindestens 300 Krater von ca. 100Vulkanen und den Nationalpark Timanfaya erlebt man, als ob die Zeit stillgestanden wäre!

Es ist einziartig wie knapp unter der Erdoberfläche eine Temperatur von 150 Grad, in sechs Metern Tiefe schon 400 Grad gemessen werden. Ein trockener Dornenbusch entzündet sich sofort.

 

Überall tun sich Spalten und Krater auf, die Steine sind schwarz oder grau. In der Ferne erscheinen die Vulkankegel golden oder ockergelb in der hellen Sonne. Dazwischen tiefstes Schwarz. Die Fahrt durch die Kraterlandschaft ist einmalig fasziniertend, überall kleine Spalten und Krater, Steinabbrüche und Schluchten, Eingänge zur Hölle.

(siehe Augenzeugenbericht ! Im Anhang!)

 

Die Fahrt geht weiter zu dem Besucherzentrum, dort erlebt man die Simultation eines Vulkanausbruches. Das "Centro de Visitantes" wurde gestaltet von dem berühmten Inselkünstler Cesar Manrique. Dieser Architekt und Künstler hat in den 80er Jahren sehr viel zur Gestaltung der Insel beigetragen. Bilder, Bauwerke und hervorragend gestaltete Lavablasen als Wohnungen oder Museen werden uns noch überall begegnen.

An manchen Stellen sieht man wieder ganz vereinzelte Landwirtschaft, hier Weinstöcke und Tomaten.

 

 

In dem kleinen Ort Mancha Blanca haben die Menschen eine Kirche erbaut, genau an der Stelle wo von knapp 300 Jahren die Lavaströme ihren Stillstand fanden. Hier die äußerste Spitze des Lavastromes.

 

Dann fahren wir zu dem Monumento al Campesino, ebenfalls von Cesar Manrique gestaltet. Es ist zu Ehren der Bevölkerung, ein kleines Volkskundemuseum. Das Wahrzeichen besteht auf alten Schiffsteilen und stellt einen Bauer mit Esel und Hund dar.

 

Eingang zu einem eleganten unterirdischen Restaurant, - das für große Feiern gebucht werden kann.

 

 

 

Und oben im hellen Tageslicht, eine kleine Tapasbar, gehört zum Museumshof. Es überwiegt schwarz weiß und wenig grün.

 

Am nächsten Tag fahren wir nach Teguise, der alten Hauptstadt im nördlichen Landesinneren. Hier ist auch alles hell und weiß, der kleine Ort wirkt wie aus einer anderen, längst vergangenen Zeit.

 

Eine wunderbare Aussicht auf das Städtchen Teguise, gesehen vom Castillo Santa Barbara. 

Dann, an der Nordküste, sehen wir doch tatsächlich einen schönen Sandstrand - Famara - .

Nun fahren wir in die jetzige Hauptstadt Arrecife an der Ostküste. Hier geht es auch sehr beschaulich zu. Die Häuser an der Hauptstraße beherbergen viele Geschäfte und Bars. Aber auch ruhige Ecken mit Kirchen und dem kleinen Naturhafen.

Der kleine Naturhafen zeigt sich gerade bei Ebbe. Und beim großen Hafen findet sich ein Restaurant mit Aussicht, gestaltet wieder von Cesar Manrique. Es überwiegt wieder schwarz und hell.

An der Südspitze findet sich Playa Blanca, von hier aus gibt es Schiffsverbindungen nach Fuerteventura.

An der Südwestküste sieht man, wie die Lavaströme direkt bis zum Meer flossen. Unterschiedliche Gesteinsstrukturen, schwarzer Kieselstrand. Der Ort El Golfo beherbergt viele urige Bars und Fischrestaurants.  

Erstarrte Lava am Hang und schwarzer Sandstrand lockt zum baden.

Heute besuchen wir den Kaktusgarten von Cesar Manrique. Er liegt in einem kleinen Krater und ist sehr schön in die verschiedenen Gesteinsschichten integriert.

Hier wurden auch die Toiletteneingänge von Manrique gestaltet.

In der gemütlichen Bar kann man die Natur bei einem Glas Wein oder einem Kaffee genießen. 

Anschließend fahren wir in die Fundacion Cesar Manrique, die ganze Insel trägt seine Handschrift.

 

Hier die ehemaligen Wohnräume und ein kleiner Whirlpool, Manrique war ein sehr geselliger Mensch, er hatte große Persönlichkeiten aus aller Welt in seinen aus Lavablasen umgebauten Räumen zu Gast.

 

 

Nach einer herrlichen Weitsicht vom höchsten Vulkankegel Preas del Chache fahren wir nach Jameos del Agua, wieder eine Zauberwelt, halb unterirdisch, gestaltet von Cesar Manrique. Hier der Konzertsaal.

 

Und wieder ein Lokal, direkt an einem tiefen See mit kleinen urzeitlichen Krebsen.

 

Auch hier wieder ein Pool in einem Krater eingebettet.

Ein Besuch auf einer Aloe Vera Farm beschließt unseren letzten Tag auf dieser wunderschönen, mystischen Insel. 

Jetzt habe ich vieles von Lanzarote und Cesar Manrique erzählt, es muss aber noch gesagt werden, dass er sich maßgeblich für den sanften Tourismus eingesetzt hat. Es ist bestimmt auch ihm zu verdanken, dass die ganze Insel Unesco Biosphären Reservat geworden ist.

Cesar Manrique lebte von 1919  bis 1992. Er kam bei einem Autounfall auf seiner Insel ums Leben.

 

Angela Täubl Sept. 2013

 

 

 

Nach oben